Hrastovac News in 1908

“Deutsches Volksblatt für Galizien”
05 June 1908
News from Hrastovac in Slavonien

Contributed by Brigitte Wolf 

Hrastovac – 05 June 1908 – Deutsches Volksblatt fuer Galizien 

Eine aufblühende deutsche Gemeinde in Slawonien.

Das “Deutsche Volksblatt für Syrmien” berichtet darüber:

Die deutsche Gemeinde Hrastovac hat kürzlich den angrenzenden Meirhof den sogennanten “Ottohof” kaüflich erworben. Derselbe hat ein Ausmass von 950 Joch und kostete das Joch 600 Kronen. Durch diesen Bodenerwerb wird sich unsere kleine aber stets aufblühende Gemeinde noch mehr ausbreiten und entwickeln können. Die Gemeinde Hrastovac besteht derzeit aus 132 Nummern mit 800 Einwohnern, die durchgehends Deutsche evangelischer Religion sind und im Jahr 1866 durch den Genralbevollmächtigten Ludwig Stein aus Pakratz und den Grundeingentümer Peter Honorates Guez, Anton Heurch, Ludwig d’Heureux aus Marseille und Eugen Fiotta aus Triest angesidelt wurden.

Die Ansiedler stammten aus den Komitaten Baranya, Tolna und Somgoy. Der Grund und Boden bestand aus Urwald und Sumpf. Es war ein schwerer Anfang für die armen Ansiedler, denn dieselben mussten wochenlange unter freien Himmel leben, bis sie Obdach in notdürftig zusammen gefügten Baracken fanden. Sogar an Trinkwasser herrschte Mangel, da erst Brunnen gegraben werden mussten. Unter diesen Verhältnissen erkrankten auch viele Ansiedler an Sumpffieber und gingen zugrunde. Auch mit wilden Bestien hatte damals der Mensch viel zu kämpfen.

Doch die Ausdauer und der unermüdlicher Fleiss der deutschen Ansiedler überwand auch hier alle Hindernisse und heute ist die Gemeinde Hrastovac eine kleine Mustergemeinde. Sie besitzt eine selbstständige Gemeindeverwaltung, eine selbstständige deutsche Schule, eine gebaute Steinstrasse und jetzt wurde ein Fond gegründet zur Erbauung einer Kirche. Den wackeren deutschen Bürgern wir auch dieses Werk gelingen, denn sie sind nicht nur gute Deutsche, sonder auch treue Patrioten ihres Vaterlandes Kroatien-Slavonien.”

Auch bei uns in Galizen könnten die deutschen Gemeinden in dieser Weise aufblühen anstatt dass unsere Töchter und Söhne in den Städten oder in Amerika einer zweifelhaften Zukunft entgegen gehen. Anstatt Hab und Gut zu verkaufen und auszuwandern hier bleiben, sich vermehren, Grund ankaufen und grössere und neue deutsche Gemeinden schaffen, dies sei unser Bestreben und nur so können wir zum Ziele kommen.

 

 

 

04 Jan 2021